Atme einmal durch die Nase, halte kurz inne, beschreibe leise zwei Noten, vielleicht Nuss, Kakaopulver, Zitruszeste. Wiederhole, diesmal länger ausatmen. Beim dritten Atemzug spüre die Erinnerung, die auftaucht. Diese sanfte Inventur lenkt dich weg vom Autopiloten und hin zu echter Wahrnehmung.
Wenn die Tasse zu heiß ist, warte. Prüfe in Abständen, ohne zu pusten, und beobachte, wie Geduld schmeckt. Diese winzige Verzögerung trainiert Impulskontrolle und verhindert, dass du den Morgen startest, als würdest du hinter einem Bus herrennen, der längst hält.
Halte die Tasse nahe am Herzen, lass die Schultern sinken, und kreise langsam, Atem und Bewegung gekoppelt. Zwei Runden vor, zwei zurück. Spüre, wie Wärme in verspannten Zonen wirkt. So startest du präsenter in Gespräche, ohne die Tasse abzustellen oder Zeit zu verlieren.
Stell beide Füße hüftbreit, spüre Kontaktpunkte, verlagere Gewicht langsam nach vorn, zurück, zur Seite. Atme mit. Wenn Gedanken kippen, komm in die Fersen. Diese Erdung zwischen zwei Schlucken verhindert Hast und macht dich stabiler gegenüber E-Mails, Benachrichtigungen und ungeplanten Anrufen.
Sitze aufrecht, lehne dich einen Hauch zurück, spüre Rückenlehne und Sitzknochen. Zähle drei Atemzüge, höre in die Geräusche des Raums, fühle Tassenwärme an der Hand. Nichts muss anders werden. Diese neunzig Sekunden sammeln zerstreute Energie und bringen überraschend viel Frieden.
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